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Symposium

Parallel zum Ausstellungswettbewerb hat sich bei der „Postgeschichte live“ seit geraumer Zeit eine Vortragsveranstaltung mit Topniveau etabliert. Hier wird das interessierte Publikum mit hochklassigen Präsentationen unterhalten, die in ihrer Qualität und Themenbreite nichts zu wünschen übrig lassen.

In der jüngeren Vergangenheit haben sich dort internationale Spitzenphilatelisten wie beispielsweise Chris King und Alan Holyoake (beide GB), Patrick Maselis und James Van der Linden (beide B), Dr. Robert Abensur (F) sowie Dr. Wolf Heß und Wolfgang Maaßen (beide D) „die Klinke in die Hand gegeben“, die allesamt die Roll of Distinguished Philatelists – also die weltweit höchste Auszeichnung für einen Philatelisten – unterzeichnet haben.

 

Das Programm zum diesjährigen Symposium PGL finden Sie hier ab ca. Anfang September.

Symposium PGL
Programm

Freitag 27. Oktober 2023

13.00 – 13.15 Uhr: 
Klaus Weis
Eröffnung und Einführung

13.15 – 14.00 Uhr:
Dénes Czirok RDP, Zalaegerszeg (H)
„Die erste Postkarte der Welt – Ungarn 1869″

Bekanntlich wurden die Korrespondenzkarten der Ausgabe 1869 als erste auf der Welt am 1. Oktober 1869 in der österreichisch-ungarischen Monarchie eingeführt. Der 29 Jahre alte österreichische Nationalökonom Dr. Emanuel Herrmann, damals Professor an der Militärakademie Wiener Neustadt, veröffentlichte in der „Neuen Freien Presse“ vom 26.1.1869 eine Berechnung der besonders die Wirtschaft treffenden Kosten des Briefschreibens und seinen Vorschlag zur drastischen Reduzierung derselben: Offene Versendung von Karten im Format eines gewöhnlichen Briefkuverts durch die Post um 2 Kreuzer. Durch die zu erwartende starke Inanspruchnahme würde das Postgefälle trotz der niedrigen Gebühr nur gewinnen. Die österreichische und ungarische Postverwaltung griff diesen Vorschlag auf. Dann ging es ungewohnt rasch und mit 1. Oktober 1869 setzten beide Postverwaltungen ihre Korrespondenzkarten im Umlauf. Die österrei-chische eine mit dem Doppeladler, die ungarische zwei (ungarischer oder deutscher Text) mit dem ungarischen Wappen. Alle Karten sind mit einem eingedruckten Wertzeichen (2 kr der Markenausgabe 1867) versehen. Der Druck erfolgte in der Staatsdruckerei in Wien.

 

Abb.: Korrespondenzkarte in Ersttagsverwendung aus Nagyvárad mit ungarischen Text (Slg. Bergamini).

14.15 – 15.00 Uhr:
Angelo Teruzzi, Mailand (I)
„Postgebühren für nicht oder unzureichend frankierte Briefe
zwischen Sardinien-Italien und Österreich 1844-1875″

Since the first postal convention between the Kingdom of Sardinia and Austria came into force in June 1844, which allowed letters to be paid at destination or sent totally assigned, the rules for the taxation of insufficiently franked letters were always expressed clearly and the method of taxation underwent various changes between the first convention that entered into force and the last, which lasted until the entry into the GPU of the two States. In the convention of 1844 and the later one of 1853, letters with insufficient postage were taxed on arrival as if they were unfranked with complete loss of the value of the applied stamps. After the interruption of communications between the two States due to the Second Italian War of Independence, at the resumption of postal relations in September 1859, the letters were franked only up to the respective border and taxed for the journey in the State of destination. With the resumption of the convention on May 15, 1862, insufficient postage was still taxed as unfranked but only until September 1862; from 1 October 1862 the value of the stamps applied on insufficient letters was accounted in the taxation applied on arrival. Finally, with the entry into force of the agreement of 1 October 1867, unfranked letters paid a higher amount than franked ones and the taxation for insufficient letters was calculated with respect to the postage of unfranked letters.

 

Rechts: Unzureichend frankierter Brief der zweiten Gewichtsstufe aus Pavia mit Nachgebühr.

15.15 – 16.00 Uhr:
Prof. Dr. Henrik Mouritsen RDP, Oldenburg (D)
„Bedeutende Internationale Paketpost – vom Pre-UPU-Chaos zum UPU-System“

Pakete wurden schon früh zwischen Ländern ausgetauscht. Vor dem Weltpostverein waren die Tarife sehr kostspielig und äußerst kompliziert, da der volle Inlandstarif für den Teil der Beförderung durch jedes Land berechnet wurde, und diese Tarife waren in der Regel entfernungs-, gewichts-, wert- und sogar maßabhängig. In meinem Vortrag werde ich verschiedene Beispiele für solche Pakete und deren Tarifgestaltung aufzeigen. 1881 führte der Weltpostverein die ersten vereinfachten internationalen Tarife und Vorschriften für so genannte „Postpakete“ mit einem Gewicht von bis zu 3 kg ein. Das Tarifprinzip sah vor, dass jedes Land, durch das das Paket lief, 50 Centimes erhielt. Ich werde einige einfache Beispiele für dieses Prinzip von und nach verschiedenen Ländern zeigen. Im Zuge der Weiterentwicklung dieser UPU-Paketvorschriften wurden die Tarife für internationale Pakete bis 5 kg vereinfacht, aber es wurden Ausnahmen für den Seetransport eingeführt und einige Länder durften besondere Zustellungs- und/oder Einlieferungsgebühren erheben.

Abbildung: Pre-UPU-Paketkarte vom 21. Oktober 1880 aus Dänemark über das Deutsche Reich und Belgien nach Paris.

16.00 – 16.30 Uhr:
Klaus Weis
Schlussdiskussion und Resümee

Projektleitung/ Organisation:

Manuela Schabla

Vertrieb und fachliche Beratung:

Jan Billion

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